Raphael Bottazzini
St. Raphael
St.Raphael Stop Thinking – Just Follow.
St. Raphael basiert auf einer persönlichen Erfahrung des Künstlers. Mit 22 Jahren wanderte Raphael Bottazzini auf dem Jakobsweg von Saint-Jean-Pied-de-Port über Santiago de Compostela bis zum Kap Finisterre. Begleitet wurde er von einem Pilgerstab, der als Symbol für die Reise und die prägenden Erfahrungen dieser Zeit in Erinnerung blieb.
Im Zentrum der Arbeit steht ein Ensemble aus Pilgerstab, Interview, Pilgerfoto und Ablasszertifikat. Ein Interview mit der Mutter des Künstlers ergänzt die persönliche Erzählung um eine weitere Perspektive und suggeriert deren Glaubwürdigkeit und emotionale Tiefe. Über einen QR-Code können Besucherinnen und Besucher einen „Ablass“ erwerben und erhalten dafür ein signiertes Zertifikat zur „Sündenvergebung“, welches zugleich als Kunstwerk fungiert.
Die Arbeit beleuchtet, wie Narrative, Artefakte und Rituale Vertrauen erzeugen und festigen. Wie der historische Ablass verweist das Werk auf Mechanismen, die auch heute in Werbung, Politik, Religion, Kunst und Markenkommunikation bis Markenpositionierung wirksam sind.
Einen gedanklichen Ausgangspunkt bildet die Deckenarbeit von Roman Signer im Artachment. Mit einer Drohne und einem Pinsel angebrachte Farbpunkte erzeugen eine Atmosphäre, die an historische Deckenmalereien in Kirchen und Kapellen erinnert. Diese Intervention könnte als „Kapelle für die Kunst“ gelesen werden und dient hierbei als räumliche Unterstützung für die Arbeit St. Raphael. Während der einjährigen Ausstellungsdauer im Artachment wird der Stock als Symbolträger jeden Monat im Raum neu angeordnet.
St. Raphael ist als ortsunabhängige Arbeit konzipiert. Die Grundelemente Pilgerstab, Interview, Pilgerfoto und Ablasszertifikat bleiben dabei bestehen, während sich die räumliche Gestaltung verändern kann. Wie einst beim erbauen von Kapellen und Kathedralen sucht die Arbeit von St.Raphael die mitwirkung von verschiedenen Akteure für die Gestaltung. Die Arbeit versteht sich als offenes System, das seine Wirkung durch die Verbindung von Objekt, Erzählung, Atmosphäre und Beteiligung entfaltet. In der Weiterführung der Arbeit wird die Geschichte zum Produkt und ist im Shop als Merchandising erhältlich.
Der mittelalterliche Ablassbrief war nie nur Theologie, er war Performance. Wer einen erwarb, zeigte Gemeinde und Gott zugleich die richtige Gesinnung, die nötige Frömmigkeit, den Willen zur Busse. Die Transaktion war Bekenntnis und Statusgeste in einem, wie heute das Greenwashing in medialer Moral.
Dieses Muster ist nicht vergangen. Öffentliche Moralgebärden dienen heute wie damals weniger der Lösung realer Missstände als der Selbstdarstellung und Gruppenmarkierung. Der Ablassbrief ist der neue Hashtag. Man erhält mehr, als man investiert. Der Ablassbrief macht dieses Muster sichtbar. Nicht um zu täuschen, sondern um zu erinnern: dass der Wunsch, Güte zu besitzen und zu zeigen, so alt ist wie die Moral selbst.
Ablasskauf
Mit dem Namen des Käufers oder einer zu beschenkenden personalisierten Person .
Monats - Ablass (PDF)
Gedruckte Unterschrift des Künsterls enthalten.
Personalisiert für Freunde oder für dich.
CHF 50.–
Erstauflage: unlimitiert
Halbjahres - Ablass
Laserdruck, Papier 160 g/m², handgeschriebene Unterschrift, Logo-Blindprägung
CHF 200.–
Erstauflage: 10 Stück
Jahres - Ablass
Siebdruck, Büttenpapier, handgeschriebene Unterschrift, Logo-Blindprägung, Logo-Siegelprägung
CHF 500.–
Erstauflage: 10 Stück
Lebenslänglicher Sündenablass
Orginal Zertifikat, Handkalligrafie von Andreas Schenk (Scriptrorium am Rhysprung)
Büttenpapier/Pergament, handgeschriebene Unterschrift, Siegelprägung, Logo-Blindprägung
Preis: 3000.-
Original: 1 Stück